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Wie viel Farbe brauche ich für eine ganze Wohnung?

Eine Wohnung hat etwa das Doppelte ihrer Wohnfläche an Wandfläche. Eine Wohnung von 80 m² braucht typischerweise 40–55 Liter Wandfarbe, 14–20 Liter Deckenfarbe und 8–11 Liter Holzfarbe.

Kurz gesagt: Eine gewöhnliche Wohnung mit 2,50 m Raumhöhe hat etwa das Doppelte ihrer Wohnfläche an Netto-Wandfläche, weil die inneren Trennwände auf beiden Seiten zählen. Eine Wohnung von 80 m² hat also rund 160 m² Wand und braucht für zwei Anstriche 40–55 Liter Wandfarbe, 14–20 Liter Deckenfarbe und 8–11 Liter Holzfarbe für Türen, Zargen und Leisten. Der Faktor ist ein Überschlag für den Einkauf — die genaue Zahl erfordert, dass die Umfänge der Räume gemessen werden.

Warum die Wandfläche doppelt so groß ist wie die Wohnfläche

Fast alle schätzen zu niedrig, wenn eine ganze Wohnung gestrichen werden soll, und der Grund sind die inneren Wände. Eine Trennwand zwischen Schlafzimmer und Wohnzimmer ist zwei Flächen, die beide gestrichen werden müssen, macht aber in der Wohnfläche fast nichts aus. Je mehr Räume die Wohnung hat, desto mehr Wand pro Quadratmeter Boden.

Deshalb liegt der Faktor bei etwa dem Doppelten der Wohnfläche für eine normale, unterteilte Wohnung mit 2,50 m Raumhöhe — mit einer Spanne von rund 1,8 für eine offene, ebenerdige Wohnung mit wenigen Trennwänden bis 2,5 für eine Wohnung mit vielen kleinen Zimmern und langen Fluren. Sind es 2,80 oder 3,20 m Raumhöhe, wie in vielen älteren Mehrfamilienhäusern, muss der Faktor entsprechend hochgerechnet werden: 3,00 m Raumhöhe ergibt 20 % mehr Wand als 2,50 m.

Das Beispiel: eine Wohnung von 80 m²

Die Wohnung hat Wohnzimmer, Schlafzimmer, ein Zimmer, Küche, Bad und Flur. Raum für Raum berechnet, mit Brutto-Wand minus Türen und Fenster:

Insgesamt ohne Bad: ca. 143 m². Mit gestrichenem Bad: ca. 162 m². Das ist das 1,8- bis 2,0-Fache der Wohnfläche — also am unteren Ende des Faktors, weil Küche und Bad große Flächen haben, die von Schränken und Fliesen bedeckt sind.

Von Quadratmetern zu Litern

Die Menge ist eine Division: Fläche × Anzahl Anstriche ÷ Deckkraft. Die Deckkraft steht auf dem Eimer.

Wände: 160 m² × 2 Anstriche = 320 m² gestrichene Fläche. Bei 6–8 m² pro Liter pro Anstrich: 320 ÷ 8 = 40 Liter, 320 ÷ 6 = 53 Liter. Mit Verlust obendrauf: 40–55 Liter. Kaufen Sie vier bis sechs 10-Liter-Eimer.

Decken: Die Deckenfläche entspricht der Bodenfläche der Räume, und die sechs Räume im Beispiel haben zusammen 71 m² Boden — weniger als die 80 m² Wohnfläche, weil die Wohnfläche auch die Wände einschließt. Zwei Anstriche = 142 m². Bei 7–10 m² pro Liter: 14–20 Liter Deckenfarbe.

Holzwerk: sechs Türen mit Zargen à rund 5,1 m² = 31 m², plus Fußleisten — etwa 60 laufende Meter à 0,135 m² = 8 m² —, plus Fensterrahmen und -zargen, sagen wir 6 m². Zusammen ca. 45 m² × 2 Anstriche = 90 m². Bei 8–12 m² pro Liter: 8–11 Liter Holzfarbe.

Was die Materialien im Budget ausmachen

Die Wandfarbe ist mit Abstand der größte Posten, weil sie am meisten Liter ausmacht: 40–55 Liter gegenüber 14–20 Liter Deckenfarbe und unter zehn Liter Holzfarbe. Die Holzfarbe ist dafür pro Liter die teuerste, sodass sie in der Rechnung mehr ausmacht, als die Litermenge vermuten lässt.

Die Materialkosten für eine ganze 80-m²-Wohnung liegen in einer Größenordnung, die weit unter dem liegt, was der Arbeitslohn kostet, wenn ein Maler es macht — typischerweise ist der Arbeitslohn das Zwei- bis Dreifache der Materialkosten. Das ist es wert, im Hinterkopf zu behalten, wenn man zwischen Selbermachen und Beauftragen wählt: Der Unterschied zwischen beidem sind Stunden, nicht Farbe. Soll ein Maler die Arbeit übernehmen, holen Sie zwei bis drei Angebote auf derselben schriftlichen Grundlage ein — nur so lassen sie sich vergleichen.

Richtig einkaufen, wenn es eine ganze Wohnung ist

So bekommen Sie die richtigen Quadratmeter statt eines Faktors

Der Faktor „Wohnfläche × 2" ist ein Überschlag, um zu entscheiden, ob 20 oder 50 Liter mit nach Hause sollen. Soll die Zahl für einen Einkauf oder ein Angebot verwendet werden, müssen die Umfänge der Räume gemessen werden — und genau dort passieren die Fehler: Nischen, Kamine, Erker und schiefe Ecken.

HouseSense berechnet die Wandfläche direkt aus der Geometrie der Wohnung, Raum für Raum, mit abgezogenen Türen und Fenstern. Die Wohnung wird mit dem LiDAR des iPhones gescannt oder auf Millimeterpapier in der App gezeichnet, und das Aufmaß lässt sich als PDF weitergeben, wenn ein Maler auf derselben Grundlage ein Angebot abgeben soll, die Sie selbst berechnet haben.

Die eigentliche Rechnung ändert sich nicht: Netto-Wandfläche × Anzahl Anstriche ÷ Deckkraft + Verlust. Das gilt für einen Raum und für eine ganze Wohnung.

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Diese Artikel sind allgemeine Hinweise, keine Beratung zu deiner konkreten Wohnung. Regeln zu Flächen, Bauarbeiten und Genehmigungen unterscheiden sich von Land zu Land und ändern sich — frage vor jeder Entscheidung die Behörden oder eine Fachperson.