Wann ist es am besten, die Wohnung zu scannen, und wann am besten, sie zu zeichnen?
Scannen Sie, wenn Sie in der Wohnung stehen und es eilig haben. Zeichnen Sie, wenn Sie nicht dort sind, oder wenn Sie etwas zeichnen wollen, das noch nicht gebaut ist. Hier ist die Antwort für neun konkrete Situationen.
Kurze Antwort: Scannen Sie, wenn Sie sich physisch in der Wohnung befinden, ein iPhone oder iPad mit LiDAR dabei haben und an den Wänden entlanggehen können — das ist die einzige Methode, die die Nischen und Unregelmäßigkeiten findet, die Sie selbst nicht bemerkt hätten. Zeichnen Sie, wenn Sie nicht in der Wohnung sind, wenn das Telefon kein LiDAR hat, wenn der Raum unzugänglich ist, oder wenn Sie einen Umbau zeichnen wollen, der noch gar nicht existiert. Im Zweifel: zuerst scannen und danach am Zeichenbrett korrigieren.
Situation 1: Besichtigungstermin, und Sie haben eine Viertelstunde
Scannen. Das ist die Paradedisziplin des Scannens. Sie kommen vermutlich nicht wieder, Sie haben keine Zeit, 30 Zahlen mit einem Maßband zu ermitteln, und Sie wissen im Voraus nicht, was Sie später noch brauchen werden. Ein Scan erfasst alles — auch die Wandnische, die Sie erst drei Wochen später entdecken, wenn die Küche geplant werden soll.
Praktischer Rat: Gehen Sie an den Wänden entlang, statt sich in die Raummitte zu stellen und sich zu drehen. Und fragen Sie immer zuerst den Makler; es ist immer noch das Zuhause einer fremden Person.
Situation 2: Sie sitzen zu Hause mit einem Exposé
Zeichnen. Es gibt nichts zu scannen. Zeichnen Sie die Räume nach den Maßen des Exposés, und beachten Sie, dass die Fläche in der Anzeige in der Regel außen gemessen ist, während Ihre eigenen Räume innen gemessen werden. Ihre Summe wird deshalb kleiner ausfallen — das ist kein Fehler.
Behandeln Sie die Zahlen als Schätzung, bis Sie mit einem Maßband vor Ort waren. Eine Zeichnung nach einer Anzeige ist ein guter Plan, kein Aufmaß.
Situation 3: Sie brauchen ein Angebot von einem Handwerker
Scannen und nachmessen. Ein Angebot wird anhand von Flächen berechnet: Wandflächen, Bodenflächen, Decken, Anzahl der Türen und Fenster. Ein Scan liefert alle Flächen auf einmal, einschließlich der Ecken und Vorsprünge, die zusätzliche Arbeitsstunden kosten.
Aber messen Sie immer ein Kontrollmaß pro Raum mit einem Maßband nach, bevor die Zahlen das Haus verlassen. Ein verbindliches Angebot, das auf einer falschen Raumhöhe beruht, hilft weder Ihnen noch dem Handwerker. Schicken Sie das Aufmaß als Grundlage mit, nicht als Endergebnis — der Handwerker, der einen Festpreis abgeben soll, muss den Raum selbst sehen.
Situation 4: Sie planen einen Umbau
Beides. Scannen Sie die Wohnung, wie sie ist — das ist Ihr Ausgangspunkt, und er muss gemessen, nicht geraten sein. Zeichnen Sie danach den Vorschlag darüber: die Wand, die weichen soll, den Durchgang, der geöffnet werden soll, den Anbau, der entstehen soll. Ein Scanner kann nur messen, was steht; das Zeichenbrett kann zeichnen, was noch nicht existiert.
Eine Sache, die weder ein Scan noch eine Zeichnung entscheiden kann: ob eine Wand tragend ist. Das erfordert einen Bausachverständigen oder einen Statiker, der die Konstruktion begutachtet. Keine App kann das beantworten, und keine sollte so tun, als könnte sie es.
Situation 5: Sie wollen streichen oder einen Bodenbelag verlegen
Beides funktioniert gleich gut. Für Flächen sind die beiden Methoden praktisch gleichwertig, weil ein paar Zentimeter Abweichung ohnehin in dem Verschnitt von 5-10 % untergehen, den Sie sowieso einrechnen.
Die Rechnung: ein Raum von 3,60 × 4,20 m ist 15,12 m². Ist der Scan 8 cm schmaler als die Wirklichkeit, erhalten Sie 14,78 m² — ein Unterschied von 0,34 m². Kaufen Sie Bodenbelag mit 8 % Verschnitt, bestellen Sie entweder 15,96 oder 16,33 m². Sie kaufen ohnehin volle Pakete. Der Unterschied verschwindet.
Situation 6: Etwas soll genau zwischen zwei Wände passen
Maßband — unabhängig von der Methode. Küchenelemente, Einbauschränke, eine Arbeitsplatte, eine Schiebetür. Hier brauchen Sie das kleinste Maß, in der Höhe, in der das Objekt stehen soll, und Sie müssen es selbst gemessen haben.
Sowohl ein Scan als auch eine Zeichnung können sich um ein paar Zentimeter irren, und ein paar Zentimeter sind genau der Unterschied, ob die Arbeitsplatte passt. Nutzen Sie den Grundriss zum Planen und das Maßband zum Bestellen.
Situation 7: Das Telefon hat kein LiDAR
Zeichnen. LiDAR steckt in den iPhone-Pro-Modellen und im iPad Pro, nicht in den übrigen Modellen — die App sagt selbst Bescheid, wenn Ihr Gerät nicht scannen kann. Haben Sie kein Gerät mit LiDAR, ist Zeichnen keine Notlösung. Es ist Ihre Methode, und sie liefert einen vollständig maßgetreuen Grundriss, wenn Sie ordentlich messen.
In HouseSense zeichnen Sie die Räume auf Millimeterpapier und tragen die Maße in ganzen Zentimetern ein. Von da an gibt es keinen Unterschied: Fläche, Grundriss, 3D-Modell, Aufmaß, Sonne und Berichte funktionieren bei einer gezeichneten Wohnung genau wie bei einer gescannten.
Situation 8: Die Wohnung ist leer, dunkel oder bis unter die Decke voll
Kommt darauf an, welches. Eine leere Wohnung ist das Paradies des Scannens: alle Wände sind frei, und es gibt kein Möbelstück, das mit einer Mauer verwechselt werden könnte. Eine dunkle Wohnung lässt sich scannen, weil LiDAR mit Lichtimpulsen misst und nicht von der Raumbeleuchtung abhängig ist — schalten Sie das Licht trotzdem ein, denn die Software nutzt auch das Kamerabild, um zu verstehen, was sie sieht.
Eine Wohnung, die bis unter die Decke voll ist, ist der schwierige Fall. Der Scan misst die Kartons, nicht die Wände. Hier sind ein Maßband und eine Zeichnung oft schneller und immer wahrheitsgetreuer.
Situation 9: Sie wollen die Wohnung dokumentieren, bevor Sie umziehen
Scannen. Sind Sie erst einmal umgezogen, können Sie nicht mehr nachmessen. Ein Scan hält die Wohnung so fest, wie sie war — einschließlich der Details, von denen Sie nicht wussten, dass Sie sie vermissen würden: die genaue Breite der Fenster, die Raumhöhe im schrägen Zimmer, wie weit es von der Tür zur Ecke war.
Gibt es Räume, die Sie nicht erreichen, messen Sie sie schnell mit einem Maßband nach und zeichnen Sie sie im Nachhinein ein. Ein ganz fehlender Raum macht die Gesamtsumme falsch; ein grob gemessener Raum macht sie nur etwas unsicherer.
Die Regel dahinter
Scannen und Zeichnen sind keine zwei Qualitätsstufen. Es sind zwei Wege, Wissen in die Zeichnung zu bekommen: der Sensor misst, oder Sie messen.
Der Scan ist stark, weil er keine Erwartung hat, wie die Wohnung aussehen sollte. Die Zeichnung ist stark, weil sie zeichnen kann, was noch nicht existiert, und weil sie ohne LiDAR funktioniert und ohne dass Sie im Haus stehen.
Was über die Qualität entscheidet, ist weder die Methode noch die Ausrüstung. Es ist, ob die Zahlen gemessen oder geraten sind. Ein Scan, den niemand nachgeprüft hat, ist nicht besser als eine Zeichnung, die niemand gemessen hat.